Hanoi
Ein Taxi brachte uns vom Flughafen in die Innenstadt Hanoi`s, der Hauptstadt von Vietnam, welche 4 Millionen Einwohner und 3 Millionen Motorbikes beheimatet. Auf den ersten Blick erscheint Hanoi als sehr chaotisch, laut und stinkend, eine asiatische Hauptstadt eben. Beim zweiten Blick entdeckten wir jedoch schoene Gassen mit alten Haeusern und charmanten Restaurants. Weil wir die meiste Zeit aufgrund der in Laos aufgelesenen Lebensmittelvergiftung noch im Hotelzimmer zwischen Bett und Badezimmer hin und her pendelten, sahen wir leider nur einen kleinen Teil der Altstadt.
Halong Bucht
Hauptgrund fuer unseren Aufenthalt in Hanoi war ein Ausflug in die Halong Bucht, welche rund drei Autostunden entfernt an der Kueste liegt. Unsere Baeuche erholten sich rechtzeitig zu der im voraus gebuchten zweitaegigen Tour auf einem der zahlreichen Drachenboote.
Kurz nachdem wir mit dem Boot den hektischen Hafen verliessen, konnten wir die spektakulaere Szenerie bestaunen, die sich trotz dem eher schlechtem Wetter mit den vielen Karstfelsen bot. Nun wussten wir auch, weshalb die Bucht von der Unesco als Weltkulturerbe erklaert wurde und die Behoerden einen Antrag stellten, dass die Bucht als eines der sieben Natur-Weltwunder anerkannt wird. Auf dem Boot wurden wir kulinarisch mit leckerem Seafood verwoehnt. Am ersten Tag gings zudem in eine Kalksteinhoehle, welche jedoch voellig ueberlaufen war, weil alle Touristen-Boote den selben Tagesablauf hatten. Die anschliessende Erkundung der Gegend mit einem Zweierkajak hat uns dann auch wesentlich besser gefallen. Es war interessant zu sehen, wie die Leute auf den floating villages leben. Es wird gesagt, dass einige dieser Floss-Bewohner noch nie in ihrem Leben die Halong Bucht verlassen und das Festland betreten haben. Am zweiten Tag gab uns der Bootskoch noch einen Einfuehrungskurs in der Zubereitung von Fruehlingsrollen. Mit grossem Enthusiasmus entstanden neben den klassischen Rollen verschiedenste Kunstwerke mit kuriosen Formen (siehe Foto). Der Kuenstler selbst moechte unbekannt bleiben, denn der Chef-Koch schuettelte nur den Kopf!! ;-) Nicht alle Kunstwerke haben es jedoch bis zur Degustation geschafft, denn einige fielen im Oel auseinander.
Hoi An
Die kleine Hafenstadt Hoi An, welche im 17. Jh. eine Handelsmetropole in Asien darstellte, gehoert wie die Halong Bucht zum Weltkulturerbe. Es ist die einzige Altstadt Vietnam`s, die urspruenglich ist und sogar den Krieg unbeschadet ueberstanden hat. Wir waren von Anfang an verzaubert und fuehlten uns fast wie in einem Maerchenland.
Heute ist die Hoi An vor allem fuer die unzaehligen Schneidereien bekannt. Claudia freute sich schon lange darauf, ihre selbst designten Kleider schneidern zu lassen. Weil die vielen Geschaefte wahnsinnig inspirierend wirkten, wurde die Bestellliste fast taeglich erweitert. Zum Glueck fuer unsere Reisekasse, aber doch schweren Herzens machten wir uns nach 6 Tagen mit dem Nachtzug auf den Weg nach Nha Trang. Damit wir unsere 11 bzw. 15 Kilo schweren Rucksaecke in Hong Kong noch mit Souvenirs fuellen koennen, schickten wir die neuen Kleider per Post nach Hause.
Weil wir unser Ticket fuer den Nachtzug erst kurzfristig gebucht haben, mussten wir uns mit einem Sitzplatz zufrieden geben. Die 10-stuendige Fahrt wird uns als eines der schlimmeren Erlebnisse unserer Reise in Erinnerung bleiben. Bereits als wir in den Zug einstiegen, roch es fuerchterlich und alle starrten uns an, weil wir weit und breit die einzigen Weissen neben vielen Vietnamesen und den verschiedensten Kleintieren waren. Zum Schlafen sind wir kaum gekommen. Entweder hat uns die Frau linkerhand durch ihr Erbrechen, die lauthals diskutierenden Maenner, die schreienden Kinder, vorbeilaufende Verkaeuferinnen oder der Gestank von Kot geweckt. Fix und fertig machten wir uns in Nha Trang auf die Suche nach einem Schlafplatz. Die Dusche und das Bett im Hotel waren dann die reinste Wohltat. Aufgrund des schlechten Wetters kuerzten wir unseren Aufenthalt in Nha Trang ab und sind bereits am folgenden Tag, diesmal mit dem Bus, nach Mui Ne weitergefahren.
Mui Ne
In Mui Ne, einer populaeren Badeferiendestination ca. 250 Kilometer noerdlich von Saigon entfernt, richteten wir uns fuer 10 Tage in einem grosszuegigen Bungalow mit Veranda ein, welches in einer schoenen, gepflegten Gartenanlage lag. Das Resort hatte neben etlichen, komfortablen Haengematten auch einen grossen Pool zu bieten, den wir meistens fuer uns allein in Anspruch nehmen konnten.
Wer denkt, wir seien nach 7 Monaten etwas faul geworden, taeuscht sich gewaltig. Neben den verschiedensten Wasserballspielen haben wir verschiedene Tauch- und Sprunguebungen absolviert und haben gar einen Single-Synchronschwimm-Wettbewerb durchgefuehrt. Der Sieger konnte allerdings nicht gekuert werden, da sich die Kampfrichter nicht einig waren. Wir ueberlassen es deshalb euch, den Gewinner des Contests zu bestimmen (siehe Fotos).
Fuer die vielen Aktivitaeten staerkten wir uns kulinarisch gerne in unserem Stammrestaurant Sternen, im Engel oder im Bistrot. Die Namen aenderten wir einerseits als Vereinfachung bei Absprachen und andererseits vermittelten sie uns etwas Heimatgefuehl. Beim Essen blieben wir jedoch gerne bei der asiatischen Variation, denn davon hatten wir noch laengst nicht genug. Zwischendurch goennten wir uns einen frischen, gegrillten Fisch (700g) mit Beilage fuer ganze 7 Fr. fuer 2 Personen!
Mit einem Motorbike erkundeten wir an einem Tag die umliegenden Sehenswuerdigkeiten. Dazu zaehlen zum Beispiel die Cham Towers (alte Shiva-Tempel des 8.Jh.), die verschiedenen Sandduenen und das Fischerdorf von Mui Ne. Nach einem heissen Tag durfte der Sprung in den Pool jedoch auch an diesem Tag nicht fehlen. Von Abkuehlung kann allerdings nicht gesprochen werden, da das Wasser zur grossen Freude von Claudia fast so warm war wie in einer Badewanne.
Ho Chi Minh City (Saigon)
Einen Tag vor unserer Abreise auf die Philippinen machten wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Ho Chi Minh City (Saigon), das wirtschaftliche Zentrum von Vietnam. Rund 9 Millionen Menschen leben in dieser Stadt, die niemals still zu stehen scheint. Die Ueberquerung einer Strasse ist hoch abentuerlich, denn im vietnamesischen Verkehr gilt das Gesetz des Staerkeren. Deshalb wird auch fuer einen Fussgaenger nicht angehalten. Am besten wagt man den ersten Schritt und bleibt bis zum Ziel auf der anderen Strassenseite in Bewegung.
Es wird gesagt, dass die Tuk-Tuk- und Taxifahrer in Thailand die Touristen zu verschiedensten Souvenirgeschaeften fahren, bevor man am Ziel ankommt. In Laos hingegen muss man den Fahrer zuerst wecken, damit man irgendwo hinkommt. In Vietnam wiederum wird man von den Fahrern fast ueberfahren. Dieses Geruecht koennen wir bestaetigen.
Unser Fazit von Vietnam faellt sehr positiv aus. Wir waren zwar nur an wenigen Orten, jedoch hat es uns ueberall sehr gut gefallen und unsere Erwartungen wurden uebertroffen. Insbesondere die Freundlich- und Herzlichkeit der Vietnamesen haben es uns angetan, wir koennen dieses Land nur weiterempfehlen.