Als wir um 5 Uhr morgens in Samoa landeten, wurden wir von samoanischen Musikanten mit rythmischen Klaengen begruesst. Schnell bemerkten wir, dass hier alle Maenner, sogar die Polizisten, Roecke und nicht etwa Hosen tragen. Und das Klischee der Suedsee, dass hier die Leute bunte Blumen-Hemden zu tragen pflegen und stets eine Blume hinter dem Ohr haben, stimmt tatsaechlich.
Die ersten 5 Naechte auf Samoa sowie der Transport zur Unterkunft hatten wir bereits von der Schweiz aus gebucht. Deshalb waren wir zunaechst ein wenig verwirrt, als in der Empfangshalle niemand auf uns wartete. Nach einer halben Stunde haben wir dann mal unsere Buchung angeschaut und bemerkt, dass Stefan die Unterkunft fuer Oktober gebucht hatte und es bekanntlich erst September war…Wir sind dann halt mit dem Taxi zu den Tafua Beach Fales am Lalomanu Beach auf der anderen Seite der Insel gefahren und gluecklicherweise war noch ein sogenanntes Fale (Huette) frei.
Der Lalomanu Beach war zum Baden und Schnorcheln schlicht paradiesisch. Leider hat es waehrend drei Tagen geregnet und anstelle von Baden war dann halt Lesen (Claudia) und Karten spielen (Stefan) angesagt. Bei unserer Unterkunft essen alle Gaeste Zmorge und Znacht zur selben Zeit an einem grossen Tisch, weshalb wir viele Leute, vor allem aus Neuseeland, kennenlernten. Und das Essen war sehr gut und vielfaeltig, zweimal gab es sogar Lobster. An einem der wenigen schoenen Tagen haben wir mit Anthony und Stephanie aus Melbourne eine Insel-Rundfahrt gemacht und die Schoenheit der gruenen Insel Upolu bestaunt. In Apia, der Hauptstadt von Samoa, besuchten wir u.a. das praechtige Anwesen des Schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson, welcher waehrend 4 ½ Jahren bis zu seinem Tod in Samoa lebte und von den Samoaner vergoettert wird, weil er sich zur Zeit der deutschen Besatzung fuer die Einheimischen einsetzte und fuer ihre Rechte kaempfte.
Am 7. September planten wir unsere Weiterreise nach Savaii, der groesseren und weniger besiedelten Insel von Samoa. Die Einheimischen haben uns jedoch abgeraten, uns an jenem besagten 7. September auf die Strasse zu begeben, zumal an diesem Tag der road switch, d.h. der Wechsel vom Rechts- zum Linksverkehr stattfand. Dieser road switch wird von der Mehrheit der Samoaner nicht begruesst und praktisch die ganze Bevoelkerung hat dagegen protestiert. Auf unserer Inselrundfahr konnten wir sogar beobachten, wie in einigen Doerfern die neuen Pfeile am Boden mit Hilfe von schwarzer und weisser Farbe entsprechend abgeaendert wurden, um gegen den Linksverkehr zu protestieren. Man munkelte gar, dass die meisten Samoaner trotz dem Wechsel aus Protest weiterhin auf der rechten Seite fahren wuerden.
Trotz all den Warnungen haben wir beschlossen, am 7. September die zweistuendige Fahrt zum Hafen auf uns zu nehmen. Wir haben kein einziges falsch fahrendes Fahrzeug gesehen und fast in jedem Dorf gab es Polizeikontrollen, sodass wir die Fahrt entspannt geniessen konnten. Das Taxi teilten wir mit zwei Neuseelaendern sowie Martin und Simone aus Bern. Nachdem die beiden 1 ½ Jahre in London lebten, war Samoa die letzte Destination ihrer 7-monatigen Weltreise. Weil Simone in Guemligen im Moos zur Schule ging, haben wir viele gemeinsame Freunde und Bekannte aus dem Kreis der Handballer. Auf Savaii sind wir dann auch in die gleiche Unterkunft gegangen wie sie und konnten mit ihnen schoene und lustige Momente erleben. Insbesondere die verregnete Inselrundfahrt im Mietauto sowie die taeglichen Jassrunden und der obligate Schlummerbecher haben wir genossen.
Nach fuenf Tagen auf Savaii gingen wir zurueck nach Apia, die Hauptstadt Samoas, wo wir nach 11 Tagen Natur pur die Annehmlichkeiten einer Stadt (Internet, Laeden, Waschmaschninen etc.) geniessen. In Apia haben wir uns noch einmal mit Anna und Mark aus Christchurch getroffen, welche wir in Savaii kennenlernten und bei welchen wir waehrend der Weihnachtszeit in Neuseeland wohnen duerfen. Heute treffen wir uns mit Tinu und Simone zum Nachtessen, bevor sie nach Kanada abreisen. Fuer uns gehts am 16. weiter nach Tonga.
Noch eine kleine Episode zum road-switch: Der schlimmste Unfall ereignete sich bereits vor dem Wechsel, weil ein betrunkener Samoaner nach dem Ausgang testen wollte, wie sich das Fahren auf der linken Seite anfuehlen wuerde...
Spezielles aus Samoa