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Neuseeland Nordinsel

Nach 2 Monaten und einer Woche verliessen wir am 7. Dezember Australien und flogen nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands im Sueden der Nordinsel, welche nicht ohne Grund als „Windy City“ bezeichnet wird (siehe Foto). Besonders gefallen hat uns in Wellington das Nationalmuseum Te Papa, welches mit sehr vielen interessanten und interaktiven Informationen ueber die Geschichte Neuseelands aufwartet. Weil wir in Australien rund 8 Wochen mit dem Campervan unterwegs waren, beschlossen wir, die Nordinsel mit dem Bus zu  erkunden. So kauften wir ein Hop on/Hop off Ticket der Firma Stray. Die Busse von Stray fahren eine bestimmte Route, z.T. auch abseits der ueblichen Touristenpfade, und man kann jederzeit ein- oder aussteigen. Nach einem Tagestrip von Wellington nach Auckland war die Coromandel-Halbinsel unser erster Stop auf unserer Busreise. Dort besuchten wir die beruehmte Bucht mit dem Cathedral Cove sowie den Hot Water Beach. Bei diesem Strand buddelt man bei Ebbe mit einer Schaufel ein Loch und kann anschliessend in einer natuerlichen Badewanne mit heissem Wasser ein kaltes Bier geniessen, fantastisch! Unvergessen bleibt auch Andrew, ein Waliser (nein, kein Walliser), welcher sich morgens um 3 Uhr ausversehen aus dem Zimmer ausgeschlossen hatte. Weil er uns nicht wecken wollte, kletterte er durchs Fenster ins Zimmer. Dumm nur, dass er im Fenster stecken blieb und uns "eingeklemmt" wecken musste. Claudia hatte waehrend zwei Tagen jedesmal einen Lachanfall, als sie ihn sah. Da durfte natuerlich ein Erinnerungsfoto nicht fehlen. Naechster Halt war Raglan, einer der besten Surfspots der Welt. Stefan liess sich diese Gelegenheit natuerlich nicht nehmen und mietete fuer den Nachmittag ein Board und musste feststellen, dass die Bedingungen wesentlich schwieriger waren als in Australien, dafuer aber laengere Surfs moeglich waren. Claudia hat unterdessen das Abendessen fuer die ganze Gruppe vorbereitet. Am Abend haben wir zudem die vielen Gluehwuermchen am Strassenrand beobachtet. Leider waren diese nur schwer fotografisch festzuhalten. Am folgenden Tag gings zu den abenteuerlichen Waitomo Caves (diesmal ein Abenteuer fuer beide!), wo wir nach einigen Trockenuebungen fuer 4 Stunden in die Hoehlen der Unterwelt abtauchten und uns durch Wasserfaelle abseilten, durch enge Durchgange zwaengten, z. T. sogar mit den Fuessen voran, Waende hochkletterten und tausende von Gluehwuermchen bestaunten. Am selben Abend gings nach Maketu zu Uncle Boy, einem alten Maori, bei welchem ein kultureller Abend auf dem Programm stand. Waehrend Claudia die Frauengruppe in Maorisprache durch den etwas  langweiligen„Frauentanz“ fuehrte, lernte Stefan mit den Jungs den Haka. Der Haka ist ein Kriegstanz, welcher heutzutage auch vom neuseelaendischen Rugby-Team (All Blacks) vor einem Laenderspiel getanzt wird, um den Gegener einzuschuechtern. Nach einer Nacht im Massenschlag gings am naechsten Tag via Rotorua, einer aufgrund von Schwefelvorkommen nach fauelen Eiern stinkenden Stadt, nach Taupo, einer kleinen Stadt im Zentrum der Nordinsel. Als ob wir in den vergangenen Tagen nicht schon genug Abenteuer gehabt haetten, meldeten wir uns zum Skydiving (Tandemsprung) an. Zum Glueck ging am Flughafen alles ziemlich schnell. Noch bevor wir einen Rueckzieher haetten machen konnten, sassen wir in einem Flugzeug und wussten, dass wir bald aus 4500 Metern Hoehe rausspringen wuerden. Die 60 Sekunden freier Fall waren der absolute Hammer! Unser Koerper hatte soviel Adrenalin ausgeschuettet, dass wir den ganzen Abend noch voellig baff und geistig immer noch am fliegen waren...

Das Positive am Adrenalinrausch war, dass wir am naechsten Tag ohne Kater weiter in den Tongariro Nationalpark fahren konnten. Dort wurden einige Szenen von Lord of the Rings gedreht (fuer Kenner: Mordor). Aufgrund des kalten und windigen Wetters konnten wir den Tongariro Crossing, welcher als beste Tageswanderung Neuseelands gilt, nicht machen. Stattdessen unternahmen wir einige andere Spaziergaenge durch den Park und suchten nach Gollum in seinem Cave. Da wir uns im Nationalpark Village in eine schoene Unterkunft einquartierten, die Wettervorhersage vielversprechend war und wir die Wanderung natuerlich nicht verpassen wollten, haben wir unseren Aufenthalt kurzerhand verlaengert. Nick und Tina, die wir im Bus kennen gelernt haben, schlossen sich uns an. So blieb ein Tag Zeit, uns mit Spaghetti, Schokolade und einem Marathon von Lord of the Rings Filmen geistig und koerperlich auf die Wanderung vorzubereiten. Mit Muetzen, Handschuhen und warmen Kleidern ausgeruestet, starteten wir am dritten Tag die siebenstuendige Wanderung. Nach Sonnenschein, Regen, Schnee und sogar Hagel kamen wir auf 1800 Metern zu einem Vulkankrater. Im Schnee kam fuer uns das erste Mal fuer kurze Zeit sogar so etwas wie Weihnachtsstimmung auf. Spaetestens als wir zurueck zur Unterkunft kamen und uns im wohlverdienten heissen Whirlpool erholten, verliessen uns wieder alle weihnaechtlichen Gedanken. Am naechsten Morgen wartete nicht nur der Bus nach Wellington auf uns, sondern natuerlich auch eine gemeine Katze namens Muskelkater!

Weil sich unser Busfahrer verfahren hatte und wir so zwei Stunden spaeter als geplant in Wellington ankamen, konnten wir bei unserem zweiten Aufenthalt nur gerade unsere Rueckfahrt nach Auckland organisieren, etwas essen und in der Brauerei mit Tina und Nick einige Biere degustieren. Viele Autovermieter sind froh, wenn jemand ihre Autos von Wellington wieder nach Auckland bringen. So hat uns Avis fuer diese Fahrt ein Auto fuer 2 Tage fuer umgerechnet 8 Franken ueberlassen. Nur das Benzin musste noch bezahlt werden. Dies ermoeglichte uns ebenfalls einen Besuch auf einer Farm eines Engelberger Bauern und dessen Familie, die Claudia`s Eltern kennen. Wir fuehlten uns bei einem Glas Suessmost und Engelberger Dialekt fast wie Zuhause.  

Von Auckland starteten wir mit dem Straybus einen dreitaegigen Trip in den Norden zu Bay Islands und Cape Reinga. Das erste was wir auf dieser Rundreise fotografierte, war eine Toilette! Es handelte sich jedoch nicht um irgendeine Toilette, sondern um ein kleines Meisterwerk von einem gewissen Kuenstler namens Hundertwasser. Weiter gings nach Paihia, wo wir am naechsten Tag einen Tagestrip via dem 90 Mile Beach zum Cape Reinga machten. Auf dem Weg zum Cape machten wir zudem bei den Sandduenen Halt, und probierten uns im Sandboarding. Im Schnee machts definitiv mehr Spass, das Duenen hochklettern ist naemlich ganz schoen anstrengend. Am noerdlichsten Punkt Neuseelands treffen das tasmanische Meer und der pazifische Ozean aufeinander. Zudem ist dieser Punkt die heiligste Staette der Maoris, da ihre Seele nach dem Tod an dieser Stelle in den Ozean geht und zurueck in ihre Heimat, eine kleine Insel in der naehe Tahitis, schwimmt. Der Tag wurde mit den angeblich weltbesten Fish and Chips abgerundet. Nun gehts zurueck nach Auckland, wo wir am 24. Dezember nach Christchurch fliegen, um mit unseren Freunden aus Samoa Weihnachten zu feiern. Die Nordinsel hat uns unglaublich gut gefallen. Anscheindend soll die Landschaft auf der Suedinsel gar noch schoener sein. Wir sind sehr gespannt...