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Kambodscha

Nach unseren Badeferien in Malaysia war Singapur eigentlich nur ein Zwischenstop auf unserer Reise nach Siem Reap in Kambodscha. Am Flughafen wussten wir jedoch nicht, ob das auch so bleiben wird. Mit Claudia's Ticket stimmte etwas nicht. Ganz wie sich das gehoert, musste Stefan die Sache regeln, waehrend Claudia sich es auf dem Sofa bequem machte. Nach einer knappen Stunde konnten wir uns dann mit den Boardkarten auf den Weg machen.

 

Kambodscha begruesste uns ein paar Stunden spaeter mit der wunderschoenen roten Abendsonne. Nachdem wir alle Formulare ausgefuellt hatten (spaetestens jetzt konnten wir unsere Passnummern auswendig), durften wir uns mit dem Tuk-Tuk ins Hotel chauffieren lassen. Bereits nach kurzer Zeit konnten wir erkennen, dass Kambodscha zu einem der aermsten Laendern der Welt gehoert (Genaueres bei den Laenderinfos). Waehrend drei Tagen erkundeten wir mit dem Tuk-Tuk und dem Velo die gewaltigen und eindrucksvollen Tempeln von Angkor, welche das Guetessiegel "Unesco Weltkulturerbe" tragen. Am Abend nach dem Gang durch die Marktstaende verwoehnten wir uns mit wohltuenden Fussmassagen (3 US Dollars fuer 1 Stunde). Einen Abend hatten wir das Glueck, ein Konzert und Informationsabend von Dr. Beat Richner, auch bekannt als Beatocello, in seinem Kantha Bopha Kinderspital zu besuchen. Er hat uns mit seinem Cellospiel fasziniert und gleichzeitig mit seinen Informationen ueber die tragischen Umstaende in Kambodscha schockiert. Es ist unglaublich, was Beat Richner geleistet, realisiert und geopfert hat und anscheinend immer noch Energie hat, weiterhin fuer die Kinder von Kambodscha zu kaempfen. (Wer mehr Auskunft und/oder fuer ein wirklich hervorragendes Projekt spenden moechte: www.beatrichner.com.)

 

Der letzte Tag in Siem Reap startete bereits um 5 Uhr frueh, denn wir wollten den Sonnenaufgang beim Angkor Wat, dem bekanntesten und am meisten besuchten Tempel, erleben. Obwohl ein paar hundert Touristen die gleiche Idee hatten und alle am selben Fleck warteten, waren die Stimmung und die Farben einzigartig. Anschliessend bestaunten wir Angkor Thom, welcher uns mit seinen Gesichtsskulpturen als die schoenste Tempelanlage in Erinnerung bleiben wird.

 

Auf dem breiten Fluss Tonle Sap tuckerten wir dann am naechsten Tag mit dem Boot nach Phnom Phen, der Hauptstadt von Kambodscha. Die Fahrt dauerte rund sechs Stunden und war trotzdem nie langweilig. Wir beobachteten Fischer und Feldarbeiter bei ihrer Arbeit oder staunten ueber die winzigen Holzhuetten der Landbevoelkerung, welche uebrigens ueber keine finanziellen Mitteln verfuegt, sondern vom Eigenanbau, der Fischerei und vom Tauschhandel lebt. Wir fuehlten uns wie in eine andere Welt versetzt. Was wir nie vergessen werden ist die Tatsache, dass all diese Leute uns zuwinkten und laechelten. Es schien, als ob sie trotz der enorm einfachen Lebensumstaende mit ihrem Leben gluecklich seien. In solchen Momenten wird einem bewusst, wie privilegiert wir in der Schweiz sind.

 

In Phnom Phen angekommen, machten wir uns zunaechst auf die Suche nach einer Unterkunft. Bei diesem Unterfangen merkten wir einmal mehr, dass die Leute in der Stadt sehr aufdringlich sind, was wir nicht so gerne moegen. Am naechsten Tag gings dann in ein ehemaliges Foltergefaegnis des Khmer Rouge Regimes, welche das Land von 1975 bis 1979 beherrschten und terrorisierten und fuer den Tod von 2 Millionen! Menschen verantwortlich waren (mehr Infos bei den Laenderinfos). Was wir dort sahen, schockierte uns und es haette nicht viel gefehlt, und unser Fruehstueck waere ein zweites Mal durch unsere Maeuler gegangen. Dass sich die damaligen Anfuehrer und Verantwortlichen fuer den Genozid noch bis vor fuenf Jahren auf freiem Fuss befanden, ist schlicht unglaublich. Der Urteilsspruch fuer den damaligen Leiter dieses Gefaengnisses ist uebrigens bis heute noch nicht gefallen...

 

Weiter gings dann per Bus nach Sihanoukville, einer Stadt an der Kueste im Sueden des Landes. Wir genossen es, wieder am Meer zu sein und verbrachten einige gemuetliche Tage in einem kleinen Bungalow mit Meersicht. Leider war der Strand enorm schmutzig, denn der Abfall wird hier einfach auf den Boden geworfen. Als wir jedoch eine Bootstour auf die vorgelagerten Inseln unternahmen, fanden wir traumhafte Straende vor und wir holten uns prompt unseren ersten richtigen Sonnenbrand dieser Reise. Weiter gings dann nach Thailand auf die Insel Koh Chang, wo wir nochmals einige Tage entspannen wollten, bevors ins hektische Bangkok ging. Die Reise von Kambodscha nach Thailand war ziemlich anstrengend, denn wir mussten 6 verschiedene Transportmittel benutzen und das Erledigen der Formalitaeten am Zoll dauerte rund zwei Stunden.