Preah Reacheanachakr Kampuchea
Amtssprache: (mit eigener Schrift) Kambodschanisch (Khmer)
Hauptstadt: Phnom Penh
Fläche: 181'035 km2
Einwohnerzahl: 13.7 Mio.
Geographie: Kambodscha grenzt grob gesagt im Norden an Laos, im Osten an Vietnam, im Westen an Thailand und im Sueden hat Kambodscha Zugang zum Golf von Thailand.
Spezielles
- Mit einem jaehrlichen Pro-Kopf-Einkommen von unter 300 US-Dollars (kein Tippfehler!) gehoert Kambodscha zu den aermsten Nationen der Welt.
- Viele Menschen in entlegenen Landesteilen nehmen wenig, bis gar nicht an der Geldwirtschaft teil. In der Regel werden die kargen Ertraege der Landwirtschaft fuer den Eigenbedarf gebraucht -
und reichen oft nicht einmal dafuer aus.
- Die Lebenserwartung bei den Frauen liegt bei 53 und bei den Maennern bei 50 Jahren!
- Die Analphabetenquote betraegt ueber 50 Prozent.
- Die Haelfte der Bevoelkerung ist juenger als 20 Jahre.
- In Kambodscha liegen immer noch 5 - 10 Mio. Minen in der Erde.
- Das Khmer-Alphabet besteht aus 24 Zeichen fuer Vokale sowie 33 Zeichen fuer Konsonanten, so kennen sie z.B. acht verschiedene Buchstaben fuer Laute, die zwischen den deutschen Buchstaben "d"
und "t" liegen! Man kann sich vorstellen, dass die Nuancen in der Aussprache nur fuer geuebte Ohren wahrnehmbar sind, koennen den Wortsinn jedoch entscheidend veraendern.
Wirtschaft und Politik
- Kambodscha, das einst als Asiatische Schweiz einen hoeheren Entwicklungsstand als Thailand hatte, koennte florieren, doch fiel Anfang der 1970-er Jahre ein grosser Teil der bescheidenen
Infrastruktur dem Buergerkrieg zum Opfer.
- Dann warf zwischen 1975 und 1978 die Schreckensherrschaft der Roten Khmer das Land um Jahrzehnte zurueck. Die Steinzeitkommunisten zerstoerten die Basis der Industrie, indem sie die
Stadtbevoelkerung in abgelegene Regionen trieben, praktisch alle einheimischen Experten toeteten und die meisten Fabriken in Schutt und Asche legten. Zudem verboten sie den Besitz von
Privateigentum und zogen das Geld aus dem Verkehr. Durch den Bau von nicht den Landesverhaeltnissen angepassten Bewaesserungsanlagen, die nie funktionierten, zerstoerten sie die
Landschwirtschaft.
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Dagegen war die Planwirtschaft, welche die Vietnamesen nach ihrem Sieg ueber die Roten Khmer dem Lande verordneten, noch reinste Wohltat.
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Nach den Wahlen 1993 musste sich der kambodschanische Staat quasi selbst neu erschaffen.
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Heute profiteren viele Kambodschaner von einer wirtschafltichen Laisser-faire-Politik.
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Der darauffolgende Boom ist jedoch alles andere als der Anfang eines neuen asiatischen Wirtschaftswunders. Das aktuelle Wachstum, eine Art Strohfeuer, geht nicht sehr tief. Es werden zwar
zahlreiche neue Hotels, Restaurants und Laeden eroeffnet, aber die Investitionen in das verarbeitende Gewerbe sind verschwindend gering.
Geschichte
- Im 2. Jh. entwickelte sich im Mekong-Delta mit Funan das erste indisch gepraegte Koenigreich Suedost-Asiens. Im 6. Jh. gelang es den Khmer von Zhenla, Funan zu unterwerfen.
- Unter der Regentschaft von Jayavarman II., der Angkor zum Zentrum einer bis zum 15. Jh. regierenden Dynastie erkor, begann die machtvollste Epoche der Kambodschanischen Geschichte. Nach
Angriffen von Nachbarstaaten auf das Khmer-Reich wurde dessen Niedergang 1431 durch die Zerstoerung Angkors eingeleitet.
- Als das von Siam und Vietnam in die Zange genommene Khmer-Reich im 19. Jh. zu zerfallen drohte, unterschrieb Koenig Norodom I. 1863 ein Protektoratsabkommen mit Frankreich. Nach dem zweiten
Weltkrieg wurde Kambodscha als autonomer Staat Teil der Franzoesischen Union. Seine volle Unabhaengigkeit erhielt das Koenigreich am 20.7.1954.
- Als die USA Kambodscha im Vietnamkrieg massiv bombardierten, brach der Koenig Sihanouk die diplomatischen Beziehungen zu Washington ab und suchte eine Anlehnung an Peking. Mit amerikanischer
Hilfe stuerzte der Generalstabschef Lon Nol am 18.3.1970 den kambodschanischen Koenig.
- Am 9.10.1970 wurde in Phom Penh die pro-westliche Republik Kambodscha ausgerufen. Der darauffolgende Buergerkrieg zwischen den Anhaengern von General Lon Nol und den kommunistischen Roten
Khmer endete 1975 mit der Einnahme von Phnom Penh durch die Roten Khmer.
- Ziel der Roten Khmer war die Umgestaltung Kambodschas in einen Agarstaat nach chinesischem Modell (massenhafte Zwangsarbeit von bis zu 15 Stunden pro Tag, Auhebung jeglicher Familien- und
Dorfstrukturen, Ausschaltung des Mittelstandes, Aufloesung aller oeffentlichen und privaten Dienstleistungswesen wie Schulen, Universitaeten und Banken, Abschaffung des Geldwesens, Einfuehrung
von schwarzer Einheitskleidung, etc.). Die radikale, hundertprozentig sozialistische Revolution wurde zur Terrorherrschaft. Auf Kambodschas "killing fields" starben innerhalb von drei Jahren und
acht Monaten 1,5-2 Mio. Menschen.
- 1979 vertrieben die Vietnamesen die Roten Khmer aus Phom Penh. Die Vereinten Nationen erkannten die neue, von Vietnam unterstuetzte Regierung Kambodschas nicht an und betrachteten die
Widerstandkoalition aus Sihanouk-Anhaengern, buergerliche-republikanische Kraeften und Roten Khmer, die sich 1982 formiert hatte, als legitime Vertretung.
- Nach jahrelangem Guerillakrieg der drei Widerstandsgruppen gegen die kambodschanische Regierungstruppen kam es ab 1986 zu Verhandlungen. Diese fuehrten 1991 zum Abschluss eines
Friedensabkommens. Diese sah vor, dass die Vereinten Nationen eine Uebergangsverwaltung errichteten und freie Wahlen organisierten.
- Nach den ersten Parlamentswahlen in Kambodscha 1993 schloss Norodorn Ranarridh, ein Sohn Sihanouks, mit dem unterlegenen Hun Sen, eine bruechige Koalitionsregierung. Groesster innenpolitscher
Erfolg war die Aufloesung der Roten Khmer im Rahmen von Amnestieprogrammen.